Häufig gestellte Fragen
FAQ - Frequently Asked Questions
• Yoga und Gymnastik
• Yoga und Sport
• Kann Yoga schaden?
• Yoga und Stress
• Yoga in der Schwangerschaft
• Yoga und Rückenschmerzen
• Yoga bei anderen Erkrankungen
• Yoga und das Herz-Kreislauf-System
• Yoga und Depressionen
• Yoga und Rauchen
Sind Yogaübungen das gleiche wie Gymnastik?
Rein äußerlich betrachtet haben Yoga und Gymnastik recht viele Ähnlichkeiten. Detaillierter betrachtet zeigen sich jedoch entscheidende Unterschiede. Bei der Gymnastik geht es vornehmlich darum, den Fitnessgrad zu steigern und Muskeln, Sehnen und Bänder so zu trainieren, dass sie geschmeidiger werden. Oft wird Gymnastik in Begleitung von Musik betrieben, wodurch wiederum der Bewegungsrhythmus vorgegeben wird. Gymnastik ist in der Regel sehr schweißtreibend.
Beim Hatha Yoga werden zwar Elemente aus der Gymnastik sichtbar, das Ziel ist jedoch ein anderes. Eine Yoga-Übung bezieht sich niemals nur auf einzelne Körperteile, sondern immer auf den ganzen Menschen. Die Atmung führt den Körper in die Yoga-Übungen (Asanas). Somit wird klar, dass ein Asana immer auf das Bedürfnis des Einzelnen abgestimmt werden muss. Das, was bei der Gymnastik das Ziel ist, ist beim Yoga der Nebeneffekt.
Wodurch grenzt sich Yoga vom Sport ab
Sportlicher Ehrgeiz, Leistungs- oder Konkurrenzdenken haben im Yoga keinen Platz. Es geht allein um ‚Das Tun’. Jeder entwickelt sich auf seine Weise, in seiner Zeit.
Muss man sich beim Yoga verrenken?
Jeder kennt das Bild von Yogis, die in unnatürlich erscheinenden Köperhaltungen mit Leichtigkeit verharren können. Yogis aber haben ein lebenslanges tägliches „Training“ hinter sich, was ihnen das Verbleiben in solchen Positionen ermöglicht. Aber Yoga ist nicht erst Yoga, wenn dieses Ziel erreicht ist, sondern schon dann, wenn sich der oder die Übende auf den Weg macht. So kann es sein, dass völlig unspektakuläre, sogar kaum erkennbare Asanas (z.B. Apanasana) ihren Zweck auf die gleiche Weise erfüllen, nämlich: die Stellung ruhig und bequem halten zu können und dabei einen feinen, fließenden Atem beizubehalten.
Können Yogaübungen schaden?
Ja. Falsch ausgeführte Yogaübungen können durchaus eine große Belastung z.B. für Bandscheiben und Gelenke bedeuten. Auch das Übergehen von Schmerzsignalen durch falschen Ehrgeiz ist unbedingt zu vermeiden. Atemübungen, die nicht behutsam und kompetent angeleitet werden, können sich ebenfalls negativ auswirken. Besondere Umsicht ist immer dann anzuraten, wenn schon gesundheitliche Probleme bestehen. Deshalb ist es sehr empfehlenswert, sich kompetente Yogalehrer zu suchen, die in der Lage sind, die Übungen entsprechend der individuellen Gegebenheiten anzupassen und ein Üben in einer entspannten Atmosphäre zu ermöglichen.
Im Allgemeinen ist ein guter Yoga-Unterricht aber immer in der Lage, auf Körper, Seele und Geist positiv zu wirken und ist in keiner Weise schädlich für die Gesundheit.
Wirkt Yoga gegen Stress?
Untersuchungen haben erwiesen, dass Yoga in der Lage ist, einen erhöhten Blutdruck zu senken, Herz- und Pulsschlag zu beruhigen und die Ausschüttung von Stresshormonen, wie Adrenalin, zu bremsen. Durch Stress verspannte Muskeln, Sehnen und Bänder können sich entspannen. Konzentration auf den Atem kann den Geist beruhigen. Meditation ermöglicht ein Innehalten und Aussteigen aus Alltagsgedanken und –sorgen. Probleme werden mit der Zeit realistischer eingeschätzt und mit vielen Stressfaktoren lässt sich gelassener umgehen als zuvor.
Kann man in der Schwangerschaft Yoga üben?
Ja, Yogaübungen können helfen, viele Schwangerschaftsbeschwerden günstig zu beeinflussen. Verspannungen lösen sich und die Wahrnehmung der körperlichen und seelischen Veränderungen nimmt zu. Während der Entbindung können die Wehen besser angenommen und dadurch die Schmerzwahrnehmung deutlich gesenkt werden. Dies wird vor allem dadurch möglich, dass im Yoga das Loslassen aus einer Muskelspannung heraus geübt wird, ebenso wird in einer Yogahaltung der Atemfluss bewusst aufrechterhalten (nicht, wie es häufig automatisch geschieht, dass der Atem bei Anstrengung angehalten wird, bzw. eingeatmet wird, was eine Verspannung bewirkt).
Außerdem kann sich die emotionale Verbindung mit dem Ungeborenen in den meditativen Phasen der Entspannung vertiefen.
Wie helfen Yogaübungen bei Rückenschmerzen?
Die geschieht auf mehrere Weisen: einerseits werden verspannte Muskeln gelockert, andererseits wird die Rückenmuskulatur gestärkt. Die Wirbelsäule gewinnt zunehmend an Elastizität. Durch Lösen von muskulären Verspannungen kann der Druck auf die Bandscheiben und die Rückenmarksnerven spürbar nachlassen. Ebenso wird die an Rückenproblemen häufig nicht unerheblich mitbeteiligte Bauchmuskulatur entwickelt.
Das Üben und Wahrnehmen einer aufrechten und dennoch entspannten Haltung ist Bestandteil vieler Yogaübungen und führt nach einiger Zeit zu einer Übernahme dieser neu erlernten Bewegungs- und Haltungsmuster in den Alltag. Dies verringert das Risiko, an Rückenleiden zu erkranken bzw. führt zu deren Linderung und in vielen Fällen auch zu deren Heilung.
Auf welche anderen Erkrankungen wirkt sich das Yoga-Üben positiv aus?
In vielen gut durchgeführten Studien hat sich erwiesen, dass Yoga eine günstige Auswirkung auf folgende Erkrankungen haben kann (hierbei ist allerdings ein kompetenter Lehrer besonders wichtig!)
1. Asthma: Der Stressabbau, der im Yogakurs geübt wird, wirkt sich auf alle Verspannungen positiv aus, bis in die kleinsten, beim Asthma bronchiale verengten Muskel- und Gefäßsysteme der Bronchialäste. Die Entspannungsübungen helfen akuten Anfällen vorzubeugen und wirken angstlindernd. Der wichtigste Atemmuskel, das Zwerchfell, wird durch bestimmte Körper- und Atemübungen gelockert und elastischer. Die tiefe Ausatmung, die Asthmakranken schwer fällt, wird zunehmend leichter möglich.
2.
Arthrose (Gelenkverschleiß): Sanftes Yoga üben führt zu Spannungsabbau in Muskulatur und Sehnen, vermehrter muskulärer Durchblutung und, soweit noch möglich, zu erhöhter Produktion von Gelenkschmiere. Je länger geübt wird, umso mehr lassen Steifigkeit und Schmerzen nach und die durch jahrelange Fehlbeanspruchung des Bewegungsapparates verursachten Gelenkerkankungen werden nachhaltig positiv beeinflusst. Bei nicht so fortgeschrittenen Erkrankungen kann es sogar zu einer völligen Beschwerdefreiheit kommen. Insgesamt ist es möglich den Krankheitsverlauf deutlich zu verlangsamen.
3. Migräne: Erfahrungsgemäß leiden gerade stressgeplagte Menschen häufig an Migräne. Auslöser ist nicht selten eine verspannte Schulter-Nacken- und Halsmuskulatur, sowie eine Verkrampfung der Blutgefässe. Yoga kann hierauf gezielt positiven Einfluss nehmen.
Kann Yoga Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems beeinflussen?
Ja. Allerdings müssen schädliche Angewohnheiten in der Lebensführung ebenfalls erkannt und verändert werden. (Hierzu zählen vor allem das Rauchen, sowie eine falsche Ernährung.) Dies stellt sich üblicherweise bei Yogapraktizierenden nach einiger Zeit von selbst ein. Grundsätzlich ist Yoga in der Lage, einen zu hohen Blutdruck zu senken und den Tonus der Blutgefässe zu verbessern. Außerdem kommt es bei regelmäßigem Üben zu einer Senkung des Cholesterinspiegels und zum Abbau von Übergewicht.
Ungesundes Leistungsstreben und negative geistige Einstellungen verringern sich und bewirken ebenfalls eine Stressreduktion, die wiederum das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen senkt.
Yoga und Depressionen
Nicht ratsam ist Yoga für Menschen, die an endogenen, d.h. ohne äußere Ursachen entstandenen Depressionen, leiden. Bei anderen Formen depressiver Erkrankungen, z.B. im Zusammenhang mit dem prämenstruellen Syndrom (PMS), bei Wochenbett-Depressionen, sowie Depressionen im Rahmen der Wechseljahre, kann Yoga sehr hilfreich sein. Die verbesserte Körperwahrnehmung, positive Gefühle, die durch eine vermehrte Endorphinausschüttung ausgelöst werden, als auch die Meditation und die bewusste Atmung, können einen Weg aus der Depression bieten.
Muss ich mit dem Rauchen aufhören um Yoga zu praktizieren?
Grundsätzlich lassen sich der Weg des Yoga und schädliche Lebensgewohnheiten nicht vereinbaren. Allerdings führt allein die Tatsache des regelmäßigen Yogaübens fast automatisch zu einer deutlichen Verbesserung der Körperwahrnehmung; man spürt einfach, wie sehr das Rauchen einem schadet. Dies lässt sich auch auf andere ungesunde Angewohnheiten wie Alkohol-, Tabletten- sowie Drogenkonsum übertragen. Mit der Zeit entsteht von selbst das Bedürfnis gesünder zu leben.
